Mein "Tonstudio"

Hier sitze ich, um meine Platten auf CD zu bringen oder sie in's Internet zu stellen.

Mein Tonstudio

Der kleine Plattenspieler auf dem PC ist ein "Ziphona" aus DDR-Produktion mit einem Schellack-Abtastsystem.

Er ist über ein kleines Mischpult mit dem Line-In Eingang der Soundkarte des PC verbunden. Statt des Mischpultes kann auch ein Entzerrverstärker verwendet werden, der im guten Fachhandel für wenig Geld zu bekommen ist.

Als Software zum Aufnehmen der Audiodateien benutze ich den
"Audiograbber", ebenso zum gleichmäßigen Aussteuern der Lautstärke. Den störenden Anfang und das Ende der Aufnahmen beschneide ich mit dem "Audiorecorder" aus Windows. Das war's!
Der
"Audiograbber" besorgt für mich auch das Umwandeln in das MP3 Format.Als Encoder dient das gut in den Audiogrammer integrierbare "LAME" - Eine sehr gute Hilfe zu dieser Thematik findet sich auch auf der Audiograbber-Homepage

Auch wer einen neueren Plattenspieler ohne 78 U/Min besitzt braucht nicht im Regen zu stehen:
Das Programm
"Diamond Cut Magic Audio" z.B.. ermöglicht es, mit sehr wenig Aufwand eine Platte mit 45 Umdrehungen abzuspielen und dabei aufzunehmen und anschließed am PC in die normale Geschwindigkeit zu konvertieren.
Beispiel-Hörprobe:
Mit 45 Umdrehungen aufgenommen - Auf normale Geschwindigkeit konvertiert
Mittlerweile habe ich schon einige CD's mit je 25 Titeln gefüllt.
Einigen Leuten konnte ich auch den Wunsch nach einem bestimmten Titel mit großem Erinnerungswert erfüllen, was mir besonderen Spaß macht.
So komme ich doch mal dazu, häufiger meine Platten zu hören.
Wenn allerdings eine CD gefüllt ist, hat man die Titel schon ziemlich oft gehört ...


Blick zurück zu den ersten Versuchen:

Der große Plattenspieler im vorderen Teil des Bildes ist ein Eigenbau.
Die Teile dafür hatte ich in meiner Kinderzeit zusammengetragen.
Den Motor wollte ich ursprünglich für einen Fernrohrantrieb nutzen, den Plattenteller und einen schönen Grammophontrichter hatte ich auf einer Müllhalde gefunden (wo man sich so in der Kindheit rumgetrieben hat...) und der Tonabnehmer hat eine ähnliche Herkunft. irgendwann hatte ich auch einen kaputten Federmotor und einige Schalldosen aufgetrieben. Dann konnte ich einen schönen Holzkasten zusammenzimmern, um mir ein Trichtergrammophon zu bauen. Die Sache scheiterte dann aber an der Befestigung des Trichters am Kasten, an einer Ersatz-Feder für den Motor und schließlich gab der Ernst des Erwachsenenlebens dem Ganzen den Rest

Im Jahr 2000, als ich anfing meine Platten zu überspielen, stellte ich fest, dass grade die Ältesten ein extremes Rauschen und Knistern auf meinem Plattenspieler aufwiesen. Allerdings hatte ich auch noch kein Schellack-Abtastsystem. Meine Koffer- und das Tischgrammophon konnten die Platten zwar besser wiedergeben, aber die Aufnahmetechnik war viel zu umständlich

Da fiel mir der alte Tonabnehmer ein ! Ich hatte im vergangenen Jahr vergeblich versucht, diese technischen Fragmente über ebay an den Mann oder die Frau zu bringen - jetzt sollte es sich als glücklicher Zufall erweisen.
Der Motor war mit Öl und etwas Geduld zum gleichmäßigen Lauf zu bewegen, der Holzkasten wiedergefunden und entsprechend umgebaut. Der Tonabnehmer war allerdings das größte Problem. Die Zuleitungen gebrochen, fast alle Schrauben festgerostet, teilweise im Bakelit-Gehäuse und ob die Spule in Ordnung war, wusste ich auch nicht.
Mit Öl konnte ich die Schrauben lösen, mit Wachs die Spule fixieren und ein neues Kabel stellte die Verbindung zum Mischpult her. Den Tonarm freihändig über der Platte gehalten, erntete ich zunächst nur Gekrächze. Die eigentliche Arbeit bestand dann darin, die Konstruktion genauer zu erkunden und schließlich alle Vibrationen im Tonabnehmer so zu dämpfen, dass ein brauchbarer Klang das Ergebnis war.


aus den "Mittenwalder Grammophonwerken"

Die Sache hat sich gelohnt. Bei vielen Platten ist das Rauschen viel deutlicher unterdrückt, als wenn ich beim "normalen" Plattenspieler nur die Höhen reduzieren würde. Auf eine Software zum Reduzieren von Geräuschen verzichte ich jedoch bewusst - ich denke, dass damit ein Teil des besonderen Klangs einer Schellackplatte verloren gehen würde.
Allerdings steigt der Verbrauch von Grammophonnadeln rapide in die Höhe.


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