Bestimmung des Alters von Schellacklatten

Die Altersbestimmung von Schellackplatten ist sehr interessant. Erlaubt sie doch, die Stellung der Aufnahme in der Geschichte zu erkennen. Manchmal kann man auch feststellen, daß für die Pressung einer Platte alte Matritzen verwendet wurden. Nicht selten findet man bei Platten mit klassischer Musik, die nach dem zweiten Weltkrieg gepresst wurden, Matrizen (Aufnahmen) die lange vor dem Kriege hergestellt wurden.
Jeder Hersteller verwendete allerdings andere Methoden, seine Matritzen zu kennzeichnen.
Manchmal findet man das Datum direkt eingepresst. (Häufig bei "Grammophon" der 20er Jahre) Manchmal ist ein Code für das Aufnahmedatum vorhanden.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Firma Homocord:

Jahr


Monat


1905

W

1

A

1906

V

2

B

1907

U

3

C

1908

T

4

D

1909

S

5

E

1910

R

6

F

1911

Q

7

G

1912

P

8

H

1913

O

9

I

1914

N

10

K

1915

M

11

L

1916

L

12

M

1917

K



1918

H



1919

G



1920

F



1921

E



1922

D



1923

C



1924

B



1925

A




Relativ einfach ist die Altersbestimmung von "Homocord"-Platten.
Genaugenommen ist es auch hier das Aufnahmedatum der Matritzen.
Es können auf einer Platte durchaus auch Matritzen verschiedenen Alters vereint sein.

Der erste Buchstabe kennzeichnet das Jahr der Aufnahme. Das erste Jahr war 1903, hiefür wurde der Buchstabe "W" gewählt.
Die Zahl an zweiter Stelle ist der Tag der Aufnahme.
Der Buchstabe an der letzten Stelle kennzeichnet den Monat der Aufnahme - hier steht "A" für Januar usw.

Ein Beispiel: Meine Homocord-Platte Nr. 1246 hat auf beiden Seiten F29D
das heisst, beide Seiten wurden am 29.April 1920 aufgenommen,
oder die Nr. 9: M4M vom 4.12.1915

Der Buchstabe "I" wurde, wohl um Verwechslungen zu vermeiden, nicht verwendet.(Diese Information habe ich von einem holländischen Sammler)

1925 war der Buchstabe "A" erreicht - damit endet dieses praktische System.
Danach ist es bei Homocord-Platten nur noch mit Diskografien oder zufällig möglich, das Alter zu bestimmen.

 
Der Lotz-Verlag bietet eine ausgezeichnete Online-Diskographie für VOX und Tri-Ergon Platten

Ein gutes, aber nicht billiges Hilfsmittel sind Diskographien - z.B. im Lotz-Verlag, Bonn erschienen. Hier gibt es mehrere Bände, die nach Sachgebieten geordnet sind. Preis, wenn noch erhältlich ca. 40-50 € pro Band.

Manchmal kann auch aus dem
Etikett (neudeutsch Label) Informationen gewinnen.
Vom ausgesprochenen Jugendstil-Etikett bis zu den nüchternen Etikett der vierziger Jahre reicht hier die Spanne.
In den Fünfzigern ist die Auswahl nicht mehr so groß

An dieser Stelle möchte ich Herrn Raul Konezni danken, dem ich viele Kenntnisse über die Geschichte und das Sammeln von Schellackplatten verdanke.

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